Wettkampfbericht Gerätturnen vom 16.06.2018

Der Weg zum Bezirksfinale…

Am 16. Juni fand in Lohne die Regionalqualifikation der Region Nord und Mitte in der Leistungsklasse P5 und P6 statt. Es galt den ersten oder zweiten Platz von fünf teilnehmenden Mannschaften zu erreichen, um sich für das Bezirksfinale zu qualifizieren. Beim dritten Platz würden die Punkte entscheidend sein. Anfangs hieß es, dass sich der jeweils dritte Platz aus der Region N/M oder Süd qualifizierte.

Die Leistungsklassen waren noch einmal in Jahrgänge untergliedert, sodass wir in der Jahrgangsstufe 2006-09 an den Start gingen. Die Turnerinnen können dabei zwischen zwei Pflichtübungen wählen, die sich in der Gesamtpunktzahl um einen ganzen Punkt unterscheiden. Auch können Bonuselemente gezeigt werden. So kann der Ausgangswert pro Übung schon über einen Punkt betragen. In einer Mannschaft sind dabei am Wettkampftag sechs Turnerinnen zugelassen, wobei vier pro Gerät turnen und die besten drei Wertungen zum Endergebnis zählen. Somit gilt der schlechteste Wert als Streichwert und kommt nicht in die Wertung. Die Mädchen haben so die Möglichkeit, ein ungeliebtes Gerät auszulassen und können ihre individuellen Stärken zeigen. Der Erfolg der Mannschaft stand dabei den ganzen Tag im Vordergrund und so entstand ein noch größerer Zusammenhalt der Turnerinnen.

Wir gingen mit der gewohnten Besetzung unserer 2008/09er Mädchen (Marie Ganghof, Anneke Roß, Theresa Schubert, Leni Ohlsen, Nincke Meyer) an den Start, die durch unseren Neuzugang Ann-Christin Thölke (Jg. 06) verstärkt wurde. Für sie war es der erste Wettkampf und durch ihre guten Leistungen aus dem Training wurden dementsprechend hohe Erwartungen an sie gestellt.

Unser Wettkampf begann am Zittergerät, dem Schwebebalken. Marie und Anneke starteten mit soliden P5-Übungen ohne Bonuselement. “Hier wollten wir kein Risiko eingehen und einen Sturz riskieren.” so Trainerin Darlene Schober, die die Mädchen an dem Tag begleitete. “Das Bonuselement, ein Handstand, ist ein anspruchsvolles Element und sollte nur gezeigt werden, wenn es sicher beherrscht wird.” Ann-Christin und Leni sollten mit ihren P6-Übungen den Punktverlust durch Annekes Sturz wieder reinholen. Dies gelang nur zum Teil. Ann-Christin war sichtlich nervös, aber zeigte trotzdem eine gute Übung. Lenis sonst so sicherer Handstand sollte diesmal nicht klappen und sie fiel. Sie bekam aber trotzdem die höchste Wertung unserer Mannschaft. Mit nur knapp 40 Punkten war der Schwebebalken damit unser mit Abstand schlechtestes Gerät.

Am Boden konnten wir dann wieder ordentlich Punkte sammeln! “Man sieht ganz deutlich, dass wir im Training sehr viel die Grundlagen am Boden trainieren.” Hier turnte Anneke eine schöne P5, die mit 13,65 von 15 Punkten belohnt wurde. Ann-Christin, Theresa und Leni turnten die P6 mit Bonus, wobei nur bei Theresa der Bonus nicht anerkannt wurde. Hier war die Rückwärtsrolle in den Handstand nicht innerhalb der geforderten zehn Grad. Nach diesem Gerät und unseren tollen Punktzahlen waren wir wieder recht optimistisch zurückgekehrt. Auch ein Blick auf die anderen Mannschaften ließ uns nicht beeindrucken. Aber bei fünf Mannschaften kann es durchaus etwas eng werden…

“Am Sprung sind wir ebenfalls sehr sicher. Zwar trainieren wir das nicht so intensiv, aber unsere Turnerinnen haben sehr aus dem Grundlagentraining profitiert, sodass wir sichere und gute Sprünge zeigen können.”

So sollte die Prophezeiung eintreten. Tolle Sprünge zeigten alle unserer gesetzten Mädchen. Nincke, Marie, Theresa und Leni zeigten allesamt zwar nur P5 Sprünge, diese jedoch so sauber und mit weiten Flugphasen, wie sie keines von den P6-Mädchen aus den anderen Vereinen zeigte. Das wurde jedoch nicht, wie erwartet, belohnt. Unsere Punktzahlen mögen stimmen, jedoch im Verhältnis zu den anderen Mannschaften passen die Relationen nicht.

“Das ist das Schwierigste beim Kampfrichtern: Nicht die Beurteilung allein, ob zu streng oder zu lax, sondern das Verhältnis richtig zu beurteilen, sodass am Ende diejenige Mannschaft oben steht, welche die Beste war. Ich bin selbst seit vier Jahren Kampfrichterin und nun mit B-Lizenz und weiß, wie schwer das ist. Da hilft nur sehr viel Übung und Erfahrung. – Es ist auch wichtig, dem Nachwuchs die Chance zu geben, bei solchen Wettkämpfen die nötige Erfahrung zu sammeln. Man hat schon gesehen, dass bei diesem Wettkampf viele Vereine diesen Gedanken hatten. So waren drei bis vier höhere Kampfrichter nicht im Einsatz und haben ihren Nachwuchs in den Kampfrichtereinsatz geschickt. Das macht schon viel aus, wenn man bedenkt, dass man pro Gerät zumindest einen Erfahrenen mit dabeigehabt hätte.

Manchmal stehen die Zeichen eben nicht optimal für einen. Am Barren zeigte sich erneut unsere gute Form des Wettkampftages, sodass wir dieses Gerät ohne große Patzer und Stürze absolvierten. Die Mädchen, wie auch die Trainerin zeigten sich allesamt sichtlich zufrieden mit den gezeigten Leistungen. So waren die Hoffnungen auf eine gute Platzierung groß.

Als es am Ende der fünfte Platz wurde, schien vor allem die Trainerin leicht enttäuscht. “Nach so einem gelungenen Wettkampftag den fünften Platz zu erreichen, erschien ungerecht. Die Zufriedenheit der Mädchen machte das aber wieder wett.” Auch andere Trainer wunderten sich sichtlich über unsere Platzierung. Aber ein Blick auf das Gesamtergebnis machte vieles deutlicher: Im Altersschnitt war unsere Mannschaft mit am Jüngsten und auch die Ergebnisse waren sehr knapp. So betrug die Differenz der Plätze zwei bis fünf lediglich 2,35 Punkte, der Abstand zum Vierten nur 0,2 Punkte.

Enttäuscht über die nicht erreichte Qualifikation waren die Mädchen nicht. Die nächsten Wettkämpfe im Einzel stehen schon im Oktober/November an.

Nachdem auch die Region Süd ihren Wettkampf ausgeturnt hatte und die E-Mail mit den gesetzten Mannschaften für das Bezirksfinale kam, waren wir doch recht erfreut. Aufgrund der hohen erreichten Punktzahl qualifizierten sich aus unserer Region alle fünf Mannschaften und damit auch wir für das Bezirksfinale am 26.08. in Lohne.

“Wir werden nicht viel umstellen, weil wir im Grunde mit unseren Leistungen zufrieden sind und hoffen, dass sie diesmal belohnt werden. Wir wollen auch dann wieder kein Risiko eingehen und sichere Übungen zeigen. Ehrgeizig weiter trainieren werden wir natürlich trotzdem, schließlich müssen wir uns gegen sieben weitere Mannschaften durchsetzen.”

Wir freuen uns auf einen angenehmen, erfolgreichen Wettkampf in freundschaftliche Atmosphäre wie beim letzten Mal.

Bericht von Darlene Schober